Auf einen Blick
Die Mittwochsmusik im Mai findet statt am 6.5.2026, in der Kreuzkirche, ab 19:00 h.
Programm: Robert Schumann: „Waldszenen“, op. 82
Klavier: Thomas Jung
Zum Plakat geht’s hier entlang…
Details:
In dieser Mittwohsmusik schweigt die Orgel. Passend zum Frühingsmonat Mai bringe ich ein Naturprogramm von Robert Schumann (1810-1857) mit: Es erklingt sein Klavierzyklus „Waldszenen“, op. 82.
Schumann schrieb die Sammlung über den Jahreswechsel 1848/49. Neun Klavierstücke sind es insgesamt, in einer Art Axialsymmetrie angeordnet, die die landschaftlichen und romantischen Aspekte der großen Wälder in Klänge fassen. Zwischen dem Eintritt in und dem Austritt aus dem Wald begegnen wir zwei Jagdszenen, streifen wir durch freundliche Landschaften zu Herberge, begegnen abgelegenen Blumen, aber auch einer düsteren, „verrufenen“ Stelle. Das berümteste Einzelstück dieser Sammlung ist vermutlich der siebte Satz: „Der Vogel als Prophet“.

Die Haupttonart der „Waldszenen“ ist B-Dur. Um dieses B-Dur herum konzentriert sich Schumann auf wenige Tonarten in Stücken vergleichbarer Länge, nach einer literarischen Reise angeordnet. Alles gemeinsam verleiht der Sammlung der neun Einzelsätze eine größere Geschlossenheit, als dies vielleicht in anderen Zyklen Schumanns der Fall sein mag?
Ursprünglich hatte Schmann jedem Einzelsatz ein literarisches Motte beigegeben. In der späten Druckfassung sind davon nur noch die Hebbel-Verse vor dem vierten Satz, der „Verrufenen Stelle“ geblieben, an der die eine Blume wächst, „blass, wie der Tod“. Romantische Geistermystik, mit Blumen und Vögeln als Ausdrücke des lebendigen Waldes, die auch Herberge in freundlicher Landschaft bietet: Am Beginn des Monats Mai ein, wie ich es, zugegeben sehr subjektiv, empfinde, schönes Programm für eine Mittwochsmusik.
Herzliche Einladung dazu. Eintritt ist, wie immer, frei.
Bildquellen
Titelblatt der Erstausgabe: Gemeinfrei (Deutsche Wikipedia)
Beitragsbild: Thomas Jung. mit AI (Midjourney)
